Lexikon

Aktivität
Meerschweinchen sind in der Regel tagaktiv und halten, trotz zum Teil ungemütlicher klimatischer Verhältnisse in den höheren Lebensräumen, keinen Winterschlaf.

Bauten
Meerschweinchen graben sich selber ihren eignen Bau, oder übernehmen verlassene Höhlen von anderen Tieren. Sie dienen somit als Schutz vor Wind und Regen.

Größe
Je nach Art erreichen die Tiere eine Gesamtlänge von 20 cm bis 1,30 m und können ein Gewicht von 0,1 kg (Zwergmeerscheinchen) bis hin zu 80 kg (Capybara) erreichen. Die eigentlichen Meerschweinchen sind kompakte Tiere mit kurzen Gliedmaßen, während Pampahasen mit langen Beinen und großen Ohren eher einem Hasen (wie der Name schon sagt) ähneln.

Herkunft

Die Meerschweinchen kommen aus Südamerika und stammen aus der Familie der Nagetiere. Es gibt darunter stark unterschiedliche Unterfamilien, einige wären z.B.:
1.  dem eigentlichen Urmeerschweinchen
2.  dem Hausmeerschweinchen
3.  den Pampashasen
4.  den Capybara zu denen auch das Wasserschwein zählt.

Insgesamt gehören zur Familie der Meerschweinchen Unterfamilien mit sechs Gattungen und insgesamt 14 verschiedenen Arten.
Wusstet ihr, dass es auch schon von den Indianern als Haustier gehalten wurde?

Käfig
Meerschweinchen brauchen einen großen Käfig, da sie viel Bewegung benötigen. Wichtig hierbei ist, dass der Käfig gut zu reinigen ist, denn die sehr sauberen Tieren fühlen sich in einem sauberen Käfig am wohlsten. Darüber hinaus brauchen Meerschweinchen Einstreu und Heu im Käfig.
Im Käfig sollten Minimum folgende Sachen vorhanden sein:
·         Wasserflasche (Tropfflasche)
·         Futterraufe
·         Schlafhäuschen.
Bei anfänglich scheuen Tieren sollte das Schlafhaus erst nach gewisser Zeit in den Käfig gestellt werden, da sich sonst die Tiere hauptsächlich im Häuschen aufhalten werden.

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Krankheiten
Das Meerschweinchen ist ein sehr gesundes und robustes Tier, wobei natürlich kleinere Krankheiten nicht ausbleiben können. Dazu zählt z.B. ein Schnupfen oder Ungeziefer im Fell. Zu lange Krallen behandelt der Tierarzt und stellen kein größeres Problem dar. Wenn jedoch schlimmere Anzeichen wie eine starke Erkältung, Durchfall oder Fieber auftreten, kann die Krankheit langwierig verlaufen. Daher müsst ihr immer ganz sorgfältig nach eurem Tier schauen und vielleicht sogar zum Tierarzt gehen.


Lebenserwartung

Im Durchschnitt leben Meerschweinchen zwischen 5 und 7 Jahre, jedoch können sie bei sehr guter Pflege und guter Gesundheit auch 10 Jahre oder sogar älter werden.

Nachwuchs
Je nach Gattung gebären die Weibchen ihre Jungen nach 50 bis 150 Tagen, wobei die Tragezeit bei den Capybaras und Pampahasen am längsten und bei kleinen Arten am kürzesten ist. Wenn sie dann geboren werden, kommen die Jungtiere bereits mit gut entwickelten Fell, Zähnen und offenen Augen zur Welt. Sie gehören somit zur Gruppe der Nestflüchter und könnten sich theoretisch sofort in der Umwelt zu Recht finden, werden aber in der Regel noch eine ganze Weile von älteren Tieren beschützt.

Nahrung
Die Meerschweinchen ernähren sich von Pflanzen, die je nach Art und Lebensraum unterschiedlich ausfallen. Dabei können verschiedene Pflanzenteile verspeist werden, wie Früchte, Gräser oder Samen.

Namensherkunft
Vermutlich entstand der deutsche Name, weil spanische Seefahrer das Tier über das Meer nach Europa brachten und die Quieckgeräusche an das Hausschwein erinnern.

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Oberhaupt
Da Meerschweinchen ja Rudeltiere sind, schließen sie sich zu Gruppen von mehreren Weibchen und einem männlichen Leittier zusammen. Dieses wird in einem Kampf unter verschiedenen Männchen bestimmt und führt danach die Gruppe an und hat das alleinige Recht für Nachwuchs zu sorgen. Männliche Jungtiere müssen nach Erreichen der Geschlechtsreife das Rudel verlassen.
Aus diesem Grund können in Gefangenschaft nicht mehrere Männchen zusammen gehalten werden, da sie sonst kämpfen würden.

Sollte es einer Gruppe von Meerschweinchen nur Weibchen geben, bildet das Stärkste das Oberhaupt. Hier wird dieses ebenfalls in einer Auseinandersetzung bestimmt, welche allerdings nicht so heftig wie bei den Männchen und überhaupt nicht blutig abläuft.

Rassen
Direkte Vorfahren unserer als Heimtiere gehaltenen Meerschweinchen sind die Tschudi Meerschweinchen. Sie wurden von den Indios zu Haustieren gezüchtet und heute gibt es viele verschiedene Rassen: Rosetten Meerschweinchen, Sheltie Meerschweinchen, Langhaar-Meerschweinchen auch Angora genannt, American und Englisch Crested, Rex Meerschweinchen.

Sozialverhalten

Die Meerschweinchen haben ein gutes Sozialverhalten und leben in der Regel in Paaren oder in Gruppen mit einem Männchen, einigen Weibchen und den Jungtieren. Es gibt jedoch noch einige andere Arten, die ein komplizierteres Sozialverhalten entwickelt haben.

Verbreitung

Gerade in Südamerika sind die Meerschweinchen sehr weit verbreitet und besiedeln dort die unterschiedlichsten Regionen; von flachen Grasländern bis in die Gebirgsregionen von über 4000 Metern Höhe. Der dichte Regenwald gehört nicht zu ihren Lebensraum.

Wildmeerschweinchen

Es gibt jedoch auch noch wild lebende Meerschweinchen, wie das Felsen-Meerschweinchen, das auch Moko genannt wird. Es ist insgesamt 20 bis 40 Zentimeter lang, wiegt ungefähr ein Kilogramm und hat keinen Schwanz, dafür aber ziemlich lange Beine.

Am Bauch ist das Fell gelblich braun und am Hals fast weiß. Auf dem Rücken ist es grau mit schwarzweißen Sprenkeln. Felsen-Meerschweinchen leben in Ostbrasilien in trockenen und steinigen Berglandschaften.

Sie besitzen an den Pfoten breite, gewölbte Nägel, so dass sie auf Felsen und in Bäume klettern und auch sehr hoch springen können. Dies dient in erster Linie zur Nahrungssuche.